Er ist es, der euch zu Sich
nimmt (yatawaffakum) zur Nacht und Er weiß, was
ihr während des Tages tun werdet, an dem Er euch
erweckt, damit ein bestimmter Termin erfüllt wird.
Zu Ihm ist euere Heimkehr. Dann lässt Er euch
wissen, was ihr getan habt. (Sure 6:60 - al-An'am)
Das Wort, das in diesem Vers
für "zu Sich nehmen" verwendet wird,
ist dasselbe wie das, was im 55. Vers der Sure
Al-'Imran verwendet wird. Das heißt, in beiden
Versen wird das Wort "tawaffa" verwendet
und es ist ganz klar, dass man nicht im seinem
Schlaf stirbt. Folglich, was hier verstanden werden
muss, ist, dass nur "die Seele eingezogen"
wird.
Dasselbe ist auch für den folgenden
Vers zutreffend:
Allah nimmt zur Zeit ihres Todes
die Seelen zu Sich (tawaffa), und (die Seelen)
derer, welche nicht gestorben sind, in ihrem Schlaf.
Diejenigen, über die Er den Tod verhängt hat,
behält Er; die andern sendet Er zurück, bis zu
einem bestimmten Termin. Darin sind fürwahr Zeichen
für nachdenkliche Leute. (Sure 39:42 - az-Zumar)
Wie diese Verse zu verstehen
geben, nimmt Allah die Seele des Schlafenden zeitweise
zu sich, jedoch schickt Er die Seelen von denen,
deren Tod noch nicht beschlossen wurde, wieder
zurück. In diesem Zusammenhang stirbt man in seinem
Schlaf nicht. Nur für eine kurze Zeit verlässt
die Seele den Körper und bleibt in einer anderen
Dimension. Wenn wir aufwachen, kehrt die Seele
zum Körper zurück.(1)
Imam Al-Qurtubi macht klar, dass
es drei Bedeutungen zur Bezeichnung 'wafat' gibt:
Das "wafat" des Todes, das "wafat"
des Schlafes und das letzte, das "wafat"
dessen, der von Allah emporgehoben wird, wie im
Fall von Jesus (a.s.).
Zusammenfassend können wir sagen,
dass Jesus (a.s.) in einem besonderen Zustand
gewesen war, emporgehoben zu Allah. Was er wirklich
erlebte, war nicht der Tod in dem Sinn, wie wir
ihn verstehen, sondern nur ein Abschied von dieser
Dimension. Gewiss Allah weiß dies am besten.

Jesus (a.s.) wird zur Erde zurückkommen
Nach dem, was bis jetzt ausgeführt
worden ist, ist klar, dass Jesus (a.s.) nicht
starb, sondern von Allah zu Sich emporgehoben
wurde. Jedoch gibt es einen weiteren Punkt, der
vom Quran unterstrichen wird: Jesus (a.s.) wird
zur Erde zurückkommen.
Der Quran erklärt ausdrücklich
diese Rückkehr von Jesus (a.s.) zur Erde.
(1)
Der 55. Vers der Sure Al-'Imran
ist einer der Verse, die beweisen, dass Jesus
(a.s.) zurückkommen wird:
Damals sprach Allah: "O
Jesus! Ich will dich verscheiden lassen und zu
Mir erheben. Und will dich von den Ungläubigen
befreien und diejenigen, welche dir folgen, über
die Ungläubigen setzen, bis zum Tage der Auferstehung.
Dann ist zu Mir euere Wiederkehr, und Ich will
zwischen euch über das richten, worin ihr uneins
wart" (Sure 3:55 - Al-'Imran)
Die Erklärung im Vers "Und
will dich von den Ungläubigen befreien und diejenigen,
welche dir folgen, über die Ungläubigen setzen,
bis zum Tage der Auferstehung." ist wichtig.
Hier gibt es einen Hinweis auf eine Gruppe, die
ausschließlich an Jesus (a.s.) festhält und welche
bis zum Jüngsten Tag über die Ungläubigen gestellt
wird. Wer aber sind diese Anhänger? Sind sie die
Jünger, die zur Zeit von Jesus (a.s.) lebten,
oder sind sie die heutigen Christen?
Während seines Lebens waren die
Anhänger von Jesus (a.s.) nur wenige. Nach seinem
Tod degenerierte das Wesentliche der Religion
schnell. Außerdem sahen sich die Leute, die als
die Jünger bekannt sind, ernstem Druck auf ihr
Leben ausgesetzt. Während der folgenden zwei Jahrhunderte
wurden jene Christen, die an Jesus (a.s.) glaubten
und keine politische Macht hatten, stark unterdrückt.
So ist es also unmöglich zu behaupten, dass frühe
Christen oder ihre Nachfolger zu jener Zeit den
Ungläubigen in der Welt überlegen waren. Wir mögen
logisch denken, dass dieser Vers nicht auf sie
hinweist.
Wenn wir uns andererseits die
Christen heutzutage betrachten, sehen wir, dass
sich das Wesentliche am Christentum sehr geändert
hat und weit davon entfernt ist von dem, was Jesus
(a.s.) der Menschheit ursprünglich überbrachte.
Die Christen nahmen den pervertierten Glauben
an, dass Jesus (a.s.) der Sohn Gottes ist und
dieser Glaube ist ähnlich wie die Lehre der Dreifaltigkeit
(Vater, Sohn und Heiliger Geist). In diesem Fall
können wir die Christen der heutigen Zeit nicht
als die Anhänger von Jesus (a.s.) akzeptieren.
In vielen Versen des Quran sagt Allah, dass diejenigen,
die an die Dreifaltigkeit glauben, zweifellos
Ungläubige sind:
Ungläubig sind fürwahr, die da
sprechen: "Siehe, Allah ist ein Dritter von
dreien." Es gibt doch keinen Gott außer dem
einzigen Gott. Wenn sie von ihrer Behauptung nicht
ablassen, dann ereilt die Ungläubigen unter ihnen
gewiss schmerzliche Strafe. (Sure 5:73 - al-Ma'ida)
In diesem Fall ist die Erläuterung
der Aussage "Und will dich von den Ungläubigen
befreien und diejenigen, welche dir folgen, über
die Ungläubigen setzen, bis zum Tage der Auferstehung."
wie folgt: Zuerst wird gesagt, dass die Leute
Muslime sind, welche die einzigen zutreffenden
Nachfolger der authentischen Lehre von Jesus (a.s.)
sind; zweitens wird gesagt, dass diese Leute die
Christen sind, ob sie abgöttische Glaubensüberzeugungen
haben oder nicht, und das könnte man wegen der
vorherrschenden Position der nominellen Christen
in der Welt von heute bestätigt sehen. Jedoch
werden beide Positionen durch die Ankunft von
Jesus (a.s.) vereinheitlicht, da er die Dschizya
(Pflichtabgabe im islamischen Staat für Nicht-Muslime)
abschaffen wird. Das bedeutet, dass er nicht annehmen
wird, dass Christen und Juden eine andere Religion
als den Islam leben werden. Auf diese Weise wird
er also alle Gläubigen als Muslime vereinigen.
Der Prophet und der letzte Gesandte
Allahs, Muhammad (s.a.w.s.), hat auch die frohe
Nachricht über die Rückkehr von Jesus (a.s.) überbracht.
Die Gelehrten der Hadithe (Berichte über das Gesprochene
und Traditionen des Propheten Muhammad) sagen,
dass die Hadithe über dieses Thema, in dem Allahs
Gesandter (s.a.w.s.) sagte, dass der Prophet Jesus
(a.s.) unter den Leuten als ein Führer vor dem
Jüngsten Tag erscheinen wird, den Status von "mutawatir"
erreicht. Das bedeutet, dass sie von so vielen
Leuten, jeder Generation, von solch einer großen
Gruppe von Überlieferern berichtet worden sind,
dass es keinen möglichen Zweifel an ihrer Echtheit
geben kann (Mutawatir-Überlieferung: Überlieferung,
welche über ihre gesamte Überlieferungskette hindurch,
in jeder Tradentengeneration von großer Tradentenmenge
überliefert wurde, deren Mitglieder eine Falschaussage
nicht hätten absprechen können). Wie z.B.:
Abu Huraira, Allahs Wohlgefallen
auf ihm, berichtete: Der Gesandte Allahs, Allahs
Segen und Heil auf ihm, sagte: "Ich schwöre
bei Dem, in Dessen Hand mein Leben ist, dass der
Sohn der Maria, Allahs Segen und Heil auf ihm,
alsbald zu euch als gerechter Schiedsrichter entsandt
wird; sodann wird er das Kreuz brechen, das Schwein
töten, die Dschizya (Pflichtabgabe im islamischen
Staat für Nicht-Muslime) der freien Nicht-Muslime
unter muslimischer Herrschaft abschaffen, und
Reichtum wird es in solch Überschuss geben, dass
keiner ihn annehmen will. Eine einzige Niederwerfung
(im Gebet) wird wertvoller als die ganze Welt
und alles was in ihr ist sein." (Sahih Al
- Buchari)
Jabir Ibn Abdullah, Allahs Wohlgefallen
auf ihm, berichtete: Ich hörte den Propheten,
Allahs Segen und Heil auf ihm, sagen: "Ein
Teil meiner Umma (Gemeinschaft) wird nie aufhören,
siegreich bis zum Jüngsten Tag für die Wahrheit
zu kämpfen. Dann wird `Isa Ibn Mariyam (Jesus,
Sohn der Maria), Allahs Segen und Heil auf ihm,
hinabsteigen. Deren Amir (Anführer) wird sagen:
"Komm und führe uns beim Gebet an",
aber er wird sagen: "Nein, ihr seid untereinander
Anführer. Das ist ein Segen Allahs für diese Umma
(Gemeinschaft)." (Sahih Muslim)
Abu Huraira, Allahs Wohlgefallen
auf ihm, berichtete: Allahs Gesandter, Allahs
Segen und Heil auf ihm, sagte: "Zwischen
mir und `Isa Ibn Mariyam (Jesus, Sohn der Maria),
Allahs Segen und Heil auf ihm, ist kein anderer
Prophet. Er wird (auf die Erde) hinabsteigen.
Wenn ihr ihn seht, werdet ihr ihn erkennen: Ein
Mann von mittlerer Größe, rötliches Haar, er wird
zwei hellgelbe Kleider tragen, (sein Haar) wird
aussehen, als würden Tropfen hinabfallen, obwohl
es nicht naß sein wird. Er wird für die Sache
des Islam kämpfen. Er wird das Kreuz brechen,
das Schwein töten, die Dschizya (Pflichtabgabe
im islamischen Staat für Nicht-Muslime) der freien
Nicht -Muslime unter muslimischer Herrschaft abschaffen.
Allah wird veranlassen, dass alle Religionen,
außer dem Islam, zugrunde gehen. Er wird den Dadschal
besiegen, für vierzig Jahre auf der Erde leben
und sterben. Die Muslime werden dann für ihn beten."
(Abu Dawud).
(2)
Etwas früher in diesem Kapitel
analysierten wir die Verse 157-158 der Sure an-Nisa.
Gleich nach diesen Versen sagt Allah im 159. Vers
der Sure an-Nisa Folgendes:
Und es gibt keinen von den Leuten
der Schrift, der nicht vor seinem Tode an ihn
glauben würde. Und am Tag der Auferstehung wird
er über sie Zeuge sein. (Sure 4:159 - an-Nisa)
Die Erklärung für "...es
gibt keinen von den Leuten der Schrift, der nicht
vor seinem Tode an ihn glauben würde..."
ist wichtig.
Einige Gelehrten sagten, dass
das Wort "ihn" in diesem Vers für den
Quran verwendet wird und sie gaben die folgende
Interpretation: Es wird keinen von den Leuten
der Schrift geben, der an den Quran nicht glaubt,
bevor er (eine Person von den Leuten der Schrift)
stirbt.
Dennoch wird in den Versen 157
und 158, welche die zwei Verse sind, die diesem
Vers vorangehen, dasselbe Wort "ihn"
ohne Zweifel für Jesus (a.s.) verwendet.
Der 157. Vers der Sure an-Nisa:
Und weil sie sprachen: "Siehe,
wir haben den Messias Jesus, den Sohn der Maria,
den Gesandten Allahs, getötet" - doch weder
haben sie ihn getötet, noch gekreuzigt, sondern
es erschien ihnen nur etwas Ähnliches. Und siehe,
diejenigen, die darüber uneins sind, sind wahrlich
im Zweifel über ihn. Sie wissen nichts davon,
sondern folgen nur Vermutungen. Und sie töteten
ihn mit Gewissheit nicht!
Der 158. Vers der Sure an-Nisa:
Ganz im Gegenteil: Allah erhöhte
ihn zu Sich; und Allah ist mächtig und weise.
Gleich nach diesen Versen gibt
es keinen Hinweis in der Sure an-Nisa 159, der
darauf hindeutet, dass das Wort "ihn"
jemand anderen als Jesus (a.s.) meint.
Der 159. Vers der Sure an-Nisa:
Und es gibt keinen von den Leuten
der Schrift, der nicht vor seinem Tode an ihn
glauben würde. Und am Tag der Auferstehung wird
er über sie Zeuge sein. (Sure 4:159 - an-Nisa)
Im Quran teilt Allah uns mit,
dass am Jüngsten Tag "ihre Zungen und ihre
Hände und Füße wegen ihres Verhaltens wider sie
zeugen" werden (Sure 24:24 - an-Nur und Sure
36:65 - Ya Sin). In der Sure 41:20-23 - Fussilat
erfahren wir, dass "Gehör, Augen und Haut"
wider uns zeugen werden. In keinem der Verse jedoch
gibt es einen Hinweis auf "den Quran als
Zeugen". Wenn wir annehmen, dass das Wort
"ihn" oder "es" im ersten
Versteil auf den Quran hinweist - grammatisch
oder logisch haben wir überhaupt keinen Beweis
-, dann sollten wir auch annehmen, dass das Wort
"er" in der zweiten Aussage auch auf
den Quran hindeutet. Wenn wir dieses jedoch annehmen,
sollte es einen ausdrücklichen Vers geben, der
diese Ansicht bestätigt. Der Kommentator Ibn Dschuzayy
z.B. erwähnt nicht, dass das Wort "er"
sich hier auf den Quran bezieht, wobei er die
Ansichten aller großen Exegeten in seine Arbeit
miteinbezieht. Wenn wir auf den Quran hinweisen,
sehen wir, dass, wenn das gleiche Personalpronomen
für den Quran verwendet wird, der Quran normalerweise
vor oder nach dem spezifischen Vers erwähnt wird,
wie dies der Fall in Sure 27:77 - an-Naml und
Sure 26:192-196 - asch-Schu'ara' ist. Dieser Vers
jedoch definiert direkt, dass die Menschen der
Schrift an Jesus (a.s.) glauben und dass dieser
Zeuge über sie sein wird.
Der zweite Punkt beschäftigt
sich mit der Deutung des Ausdruckes "vor
seinem Tode". Einige denken, dass dies bedeutet,
an Jesus (a.s.) zu glauben vor ihrem eigenen Tod.
Entsprechend dieser Deutung werden die Menschen
der Schrift definitiv an Jesus (a.s.) vor ihrem
eigenen Tod glauben. Zur Zeit Jesu jedoch hatten
die Juden, die als die Menschen der Schrift angesehen
wurden, nicht nur keinen Glauben an Jesus (a.s.),
sondern sie versuchten sogar, ihn zu töten. Andererseits
wäre es unsinnig zu behaupten, dass Juden und
Christen, die nach der Zeit von Jesus lebten und
starben, diesen Glauben an ihn - wie im Quran
beschrieben - hatten.
Wenn wir diesen Vers abschließend
beurteilen, kommen wir zu folgenden Schluss: vor
dem Tod von Jesus (a.s.) werden alle Menschen
der Schrift an ihn glauben.(2)
In seiner tatsächlichen Bedeutung
deckt der Vers einfache Tatsachen auf, welche
wie folgt sind:
Erstens ist es offensichtlich,
dass der Vers auf die Zukunft hindeutet, weil
er den Tod von Jesus (a.s.) erwähnt. Jedoch starb
Jesus (a.s.) nicht, sondern wurde zu Allah emporgehoben.
Jesus (a.s.) wird zur Erde zurückkommen, er wird
für eine bestimmte Zeit leben und dann sterben.
Zweitens werden alle Menschen der Schrift an ihn
glauben. Dies ist ein Zustand, der noch nicht
eingetreten ist, der aber definitiv eintreten
wird.
Folglich, durch den Ausdruck
"vor seinem Tode" gibt es einen Hinweis
auf Jesus (a.s.). Die Leute der Schrift werden
ihn sehen, kennen und ihm folgen, während er am
Leben ist. Unterdessen wird Jesus (a.s.) wider
sie am Jüngsten Tag Zeugnis ablegen. Allah weiß
dies am besten.
(3)
Dass Jesus (a.s.) gegen Ende
der Zeit zur Erde zurückkommen wird, wird auch
in einem anderen Vers in Sure 43:61 - az-Zukhruf
erwähnt.
Beginnend mit Vers 57 der Sure
az-Zukhruf, gibt es einen Hinweis auf Jesus (a.s.):
Wenn immer der Sohn Marias als
Beispiel aufgeführt wird, erregt sich dein Volk.
Und fragt: "Sind unsere Götter besser oder
er?" Dies bringen sie dir aber nur zum Streiten
vor; denn sie sind ein streitsüchtiges Volk.
Seht, er war nur ein Diener, dem Wir Gnade erwiesen
hatten. Und Wir machten ihn zu einem Beispiel
für die Kinder Israels.
Hätten Wir es gewollt, hätten Wir aus euch (sogar)
Engel machen können, die auf Erden einander nachfolgen.
(Sure 43:57-60 - az-Zukhruf)
Gleich nach diesen Versen erklärt
Allah, dass Jesus (a.s.) ein Zeichen des Jüngsten
Tages ist.
Doch, er dient wirklich als Vorzeichen
der Stunde. So bezweifelt sie nicht, sondern folgt
Mir; dies ist der gerade Weg. (Sure 43:61 - az-Zukhruf)
Ibn Dschuzayy sagt, die erste
Bedeutung dieses Verses ist, dass Jesus (a.s.)
ein Zeichen oder eine Vorbedingung der Letzten
Stunde ist. Man kann annehmen, dass dieser Vers
ein sicherer Hinweis dafür ist, dass Jesus (a.s.)
zu Endzeiten zur Erde zurückkommen wird. Weil
Jesus (a.s.) sechs Jahrhunderte vor der Offenbarung
des Quran lebte, können wir nicht sein erstes
Kommen als Zeichen des Jüngsten Tages deuten.
Was dieser Vers wirklich beweist, ist, dass Jesus
(a.s.) gegen Ende der Zeit zur Erde kommt und
zwar während des letzten Zeitabschnitts vor dem
Jüngsten zurückcht. Allah weiß dies gewiss am besten.
Auf Arabisch lautet der Vers
("...er dient wirklich als Vorzeichen der
Stunde...") "Innahu la 'ilmun li's-sa'ati…".
Einige Leute deuten das Pronomen "hu"
(er) in diesem Vers als den Quran. Jedoch zeigen
die vorhergehenden Verse klar, dass es Jesus (a.s.)
ist, der hier im Vers erwähnt wird: "...
er war nur ein Diener, dem Wir Gnade erwiesen
hatten. Und Wir machten ihn zu einem Beispiel
für die Kinder Israels." (3)
In Sahih Muslim ist angegeben,
dass die Hadithe, in welchen gesagt wurde, dass
der Prophet Jesus (a.s.) zu den Menschen gegen
Ende der Zeit zurückkehren wird, den Status von
"mutawatir" erreicht haben. Das bedeutet,
dass sie von vielen Leuten in jeder Generation
berichtet worden sind, dass es keinen Zweifel
an ihrer Echtheit geben kann und dass dies als
eines der großen Zeichen des Jüngsten Tages angesehen
wird. (Sahih Muslim, 2/58)
Hudhayfa Ibn Usayd al-Ghifari,
Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete: "Der
Gesandte Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm,
kam zu uns als wir diskutierten. Er fragte: "Worüber
diskutiert ihr?" Wir antworteten: "Wir
diskutieren über den Jüngsten Tag." Daraufhin
sagte er: "Er wird nicht kommen, bevor ihr
nicht die zehn Zeichen gesehen habt" und
(in diesem Zusammenhang) erwähnte er den Rauch,
den Dadschal, die Bestie, den Sonnenaufgang vom
Westen, die Rückkehr des `Isa Ibn Maryam (Jesu,
Sohn der Maria), Yadschudsch und Madschudsch (Gog
und Magog) und Erdrutsche an drei Orten, einer
im Osten, einer im Westen und einer in Arabien,
an dessen Ende ein Feuer weiter aus Jemen brennt,
der die Leute an ihren Versammlungsort treibt.
(Sahih Muslim)
(4)
Ein anderer Vers, der auf das
Wiederkommen von Jesus (a.s.) hindeutet, ist der
folgende:
Als die Engel sprachen:
"O Maria! Wahrlich, Allah verkündet dir (frohe
Botschaft) durch ein Wort von Ihm: (einen Sohn),
sein Name ist Messias, Jesus, der Sohn der Maria,
angesehen in dieser Welt und im Jenseits, einer
der (Allah) Nahestehenden.
Und er wird in der Wiege und im Mannesalter zu
den Menschen reden und einer der Rechtschaffenen
sein."
Sie sagte: "Mein Herr, wie soll ich einen
Sohn bekommen, wo mich doch kein Mann jemals berührte?"
Er sprach: "Allah schafft, was Er will. Wenn
Er eine Sache beschlossen hat, spricht Er nur
zu ihr "Sei!" und sie ist.
Und Er wird ihn das Buch und die Weisheit und
die Thora und das Evangelium lehren.
(Sure 3:45-48 - Al-'Imran)
Im Vers wird gezeigt, dass Allah
Jesus (a.s.) das Evangelium, die Thora und die
"Schrift" lehrte. Ohne Zweifel ist dieses
Buch von großer Wichtigkeit. Den gleichen Ausdruck
finden wir im 110. Vers der Sure al-Ma'ida:
Dann wird Allah sprechen: "O
Jesus, Sohn der Maria, gedenke Meiner Gnade gegen
dich und deiner Mutter, als Ich dich mit heiliger
Eingebung stärkte, auf dass du zu den Menschen
in der Wiege und als Erwachsener reden solltest.
Und als Ich dich die Schrift und die Weisheit
und die Thora und das Evangelium lehrte. Und als
du mit Meiner Erlaubnis as Ton die Gestalt eines
Vogels formtest..." (Sure 5:110 - al-Ma'ida)
Wenn man die "Schrift"
in beiden der Verse analysiert, sieht man, dass
hier der Quran gemeint ist, denn es gibt nur ein
bekanntes göttliches Buch auf Erden abgesehen
von der Thora, dem Zabur (Psalter) und dem Evangelium.
Außerdem wird in einem anderen Vers im Quran das
Wort "Schrift" verwendet, um auf den
Quran hinzuweisen.
Allah - es gibt keine Gottheit
außer Ihm, dem Lebendigen, dem Ewigen. Er hat
auf dich das Buch in Wahrheit herabgesandt, bestätigend,
was ihm vorausging. Und Er sandte hinab die Thora
und das Evangelium - (Schon) zuvor - als eine
Rechtleitung für die Menschen; und Er sandte ihnen
(den Maßstab zur) Unterscheidung (Al-furqan).
Diejenigen, welche Allahs offenbarte Botschaft
verleugnen, erwartet strenge Strafe. Und Allah
ist der Erhabene, der Herr der Vergeltung. (Sure
3:2-4 - Al-'Imran)
In diesem Fall kann man durchaus
annehmen, dass das dritte Buch, das Jesus (a.s.)
gelehrt werden wird, der Quran ist, und man kann
sich das nur vorstellen, wenn er am Ende der Zeit
zur Erde zurückkommt. Jesus (a.s.) lebte 600 Jahre
vor der Offenbarung des Qurans und es ist unwahrscheinlich,
dass er den Quran kannte, bevor dieser hinabgesandt
wurde. In diesem Fall ist die Tatsache, dass er
den Quran während seines zweiten Daseins auf Erden
lernen wird, durchaus plausibel.
Das wird auch in einem Hadith
erläutert:
Abu Huraira, Allahs Wohlgefallen
auf ihm, berichtete: Der Gesandte Allahs, Allahs
Segen und Heil auf ihm, sagte: "Ich schwöre
bei Dem, in Dessen Hand mein Leben ist, dass der
Sohn der Maria, Allahs Segen und Heil auf ihm,
alsbald zu euch als gerechter Schiedsrichter entsandt
wird; sodann wird er das Kreuz brechen, das Schwein
töten, die Dschizya (Pflichtabgabe im islamischen
Staat für Nicht-Muslime) der freien Nicht-Muslime
unter muslimischer Herrschaft abschaffen, und
Reichtum wird es in solch Überschuss geben, dass
keiner ihn annehmen will. Eine einzige Niederwerfung
(im Gebet) wird wertvoller als die ganze Welt
und alles was in ihr ist sein." (Sahih Al
- Buchari)
Sein Richten als gerechter Richter
bedeutet hier- laut Aussage der Ulema (islamischen
Rechtsgelehrten) - dass er gemäß der Scharia (die
Gesamtheit der Gebote) des Islams richten wird,
also in Übereinstimmung mit dem Quran und der
Sunna des Propheten Muhammad (Allahs Segen und
Heil auf ihm). Doch Allah weiß dies am besten.
Wie man ersieht, sind die Verse
über die Rückkehr Jesu (a.s.) zur Erde sehr ausdrücklich
und bemerkenswert. Keine ähnlichen Aussagen werden
für irgendeinen anderen im Quran erwähnten Propheten
gemacht. Ebenso wenig wurde auf einen anderen
Propheten als "ein Zeichen der Stunde"
hingewiesen und keine Aussage wurde für irgendeinen
anderen Propheten im Quran gemacht, die irgendeine
Nebenbedeutung enthält bezüglich seiner Rückkehr
zur Erde. Nur für Jesus werden alle diese Aussagen
verwendet. Die Bedeutung ist klar.
Es gibt andere
Beispiele von Menschen im Quran, die diese Welt
verließen und dann nach Hunderten von Jahren zurückkamen
Der Mann, der nach einem Jahrhundert
auferstand
Einer von diesen Menschen ist
ein Mann, der für ein Jahrhundert tot blieb. Dieses
wird in der Sure al-Baqara erwähnt:
Oder den, welcher an einer Stadt
vorüberging, die wüst in Trümmern lag. Er sprach:
"Wie kann Allah dieser nach ihrer Zerstörung
wieder Leben verleihen?" Da ließ ihn Allah
hundert Jahre gestorben sein. Dann erweckte Er
ihn und fragte: "Wie lange warst du abwesend?"
Er antwortete: "Ich verweilte einen Tage
oder den Teil eines Tages." Er sprach: "Nein,
du bliebst hundert Jahre weg! Betrachte deine
Speise und deinen Trank: sie sind nicht verdorben.
Und betrachte deinen Esel! Wir machten dich so
zu einem Zeichen für die Menschen. Und betrachte
die Knochen, wie Wir sie zusammensetzen und alsdann
mit Fleisch bekleiden." Und als ihm dies
alles klargemacht worden war, sagte er: "Ich
weiß (jetzt), dass Allah aller Dinge mächtig ist."
(Sure 2:259 - al-Baqara)
In den Versen, die in den vorigen
Seiten angegeben wurden, heißt es, dass Jesus
(a.s.) nicht starb, sondern "zu Allah emporgehoben"
wurde. Im obigen Vers dagegen starb der Mann jedoch
definitiv. Infolgedessen ist es eine sichere Tatsache,
dass sogar eine tote Person durch den Willen Allahs
in der diesseitigen Welt wieder auferstehen kann.
Das wird ausdrücklich im Quran gesagt. Es gibt
aber noch weitere ähnliche Beispiele dafür.
Die Gefährten der Höhle wachten
nach Jahren auf
So wird die Geschichte der "Gefährten
der Höhle" in der Sure al-Kahf erzählt.
Allah berichtet darin von Jünglingen,
die gezwungen wurden, Zuflucht vor der grausamen
Tyrannei des Kaisers jener Zeit in einer Höhle
zu suchen. Es wird erzählt, dass sie einschliefen
und nach Jahren des Schlafes aufgewacht sind.
Der Quran sagt dazu Folgendes:
Als die Jünglinge in der Höhle
Zuflucht fanden, sagten sie: "O unser Herr!
Gewähre uns Deine Barmherzigkeit und lenke unsere
Sache zum Besten!" Da verhüllten Wir ihre
Ohren in der Höhle für viele Jahre. (Sure 18:10-11
- al-Kahf)
Und du hättest sie für wach gehalten,
obwohl sie schliefen. Und Wir drehten sie nach
rechts und nach links um. Und ihr Hund lag mit
ausgestreckten Pfoten auf der Schwelle. Wärst
du auf sie gestoßen, wärst du vor ihnen geflüchtet,
mit Grausen vor ihnen erfüllt. Und so weckten
Wir sie auf, damit sie einander befragten. So
fragte einer von ihnen: "Wie lange seid ihr
nun hier geblieben?" Sie sprachen: "Wir
blieben einen Tag oder den Teil eines Tages."
(Andere) sagten: "Euer Herr weiß am besten,
wie lange ihr hier gewesen seid. Schickt also
einen von euch mit diesen eueren Silbermünzen
zur Stadt, damit er schaut, wer die bekömmlichste
Speise hat und euch davon bringt. Er muss aber
verbindlich sein und euch niemand verraten. (Sure
18:18-19 - al-Kahf)
Der Quran erklärt nicht genau,
wieviel Zeit die Jünglinge in der Höhle verbrachten.
Stattdessen wird die Dauer dieser Periode durch
die Wörter "viele Jahre" angedeutet.
Die Vermutung der Menschen über die Dauer dieser
Periode war jedoch ziemlich hoch: 309 Jahre. Allah
sagt:
Nun: Sie verweilten in ihrer
Höhle dreihundert Jahre und noch neun dazu. Sprich:
"Allah weiß genau, wie lange sie verweilten.
Er kennt das Geheimnis der Himmel und der Erde.
Er ist der Sehende und der Hörende. Außer Ihm
haben sie keinen Beschützer. Und Er beteiligt
niemand an Seiner Befehlsgewalt." (Sure 18:25-26
- al-Kahf)
Was hier wichtig ist, ist nicht,
ob diese Periode lang oder kurz ist. Der Punkt
ist, dass Allah einige Leute zurücknimmt, indem
er sie entweder schlafen oder einfach für eine
bestimmte Periode sterben lässt und dann wieder
belebt. Genauso wie die Menschen aus einem Traum
aufwachen, so gibt Allah ihnen das Leben wieder.
Jesus (a.s.) ist einer dieser Menschen, und wenn
seine Zeit gekommen ist, wird er wieder in dieser
Welt leben. Nach der Erfüllung seiner Aufgabe
wird er wie jedes andere menschliche Wesen in
Übereinstimmung mit dem Gebot des Verses sterben,
in welchem Er sagte: "Auf
ihr sollt ihr leben, und auf ihr sollt ihr sterben,
und aus ihr sollt ihr hervorgeholt werden."
(Sure 7:25 - al-A'raf)
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1. Prof. Süleyman Ates, Yüce
Kur'an'in Çagdas Tefsiri (Zeitgenössischer Tafsir
des Heiligen Quran)
2. Tefsir von Omer Nasuhi Bilmen
3. Prof. Süleyman Ates, Yüce Kur'an'in
Çagdas Tefsiri (Zeitgenössischer Tafsir des Heiligen
Quran, vol. 6, S. 4281)
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